DOPING

Seit Inkrafttreten des Gesetzes gegen Doping im Sport (AntiDopG) am 01.01.2016 stellen Selbstdoping, sowie Erwerb und Besitz von Dopingmitteln zum Zwecke des Selbstdopings für "Spitzensportler des organisierten Sports" eigenständige Straftaten dar. Hiervon erfasst wird, wer als Mitglied eines Testpools im Rahmen des Dopingkontrollsystems Trainingskontrollen unterliegt, oder aus der sportlichen Betätigung unmittelbar oder mittelbar Einnahmen von erheblichem Umfang erzielt (§ 4 Abs. 7 AntiDopG).

 

Strafbar sind darüber hinaus u.a. die Herstellung, das Verschreiben und die Anwendung von Dopingmitteln und Dopingmethoden bei einer anderen Person.

 

Für Ärzte bestehen durchaus Abgrenzungsschwierigkeiten. Dopingmittel sind oft Arzneimittel, die auch aus therapeutischen Gründen verordnet werden können. Selbst wenn der behandelnde Arzt nicht bewusst am Doping mitwirkt, besteht ein strafrechtliches Risiko: § 4 Abs. 6 AntiDopG regelt die Strafbarkeit auch für fahrlässige Verstöße.

 

Ärzten, die Sportler (insbesondere Spitzensportler) behandeln, ist zu einem besonders umsichtigen Umgang mit Mitteln und Methoden zu raten, die Doping darstellen können. Neben der eigenen Verwirklichung von Straftatbeständen besteht auch das Risiko, sich der Beihilfe oder Anstiftung zum Selbstdoping strafbar zu machen. Das strafrechtliche Risiko ist dabei insbesondere deshalb nicht zu unterschätzen, weil auch fahrlässiges Veräußern, Abgeben, Verschreiben oder Anwenden von Dopingmitteln und -methoden unter Strafe steht.

 

Dopingmittel und -methoden im Sinne des AntiDopG sind Stoffe und Methoden, die in der Anlage I des Internationalen Übereinkommens vom 19. Oktober 2005 gegen Doping im Sport in der vom Bundesministerium des Innern jeweils bekannt gemachten Fassung (Internationales Übereinkommen gegen Doping) aufgeführt sind oder Mittel, die einen solchen Stoff enthalten. Die aktuelle Verbotsliste kann auf der Website der NADA heruntergeladen werden. In der "Roten Liste" sind hierzu gehörende Präparate mit dem Warnhinweis Dop.! gekennzeichnet.

 

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