VERSCHLÜSSELTE KOMMUNIKATION

Der Schutz der Vertraulichkeit der zwischen Rechtsanwalt und Mandant ausgetauschten Informationen stellt eine wesentliche Garantie des Rechts auf Verteidigung dar (vgl. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, 19. Dezember 2006, Az. 14385/04).

 

Die Vertraulichkeit der Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant steht daher unter einem besonderen rechtlichen Schutz. Anwälte sind berufsrechtlich nach § 43a Abs. 2 BRAO zur Verschwiegenheit verpflichtet. Diese Pflicht wird durch § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB strafrechtlich abgesichert. Prozessrechtlich wird die Vertraulichkeit der zwischen Anwalt und Mandant ausgetauschten Informationen etwa durch Zeugnisverweigerungsrechte (§§ 53 Abs. 1 Nr. 2 & 3; 53a Abs. 1 StPO ) und Beweiserhebungsverbote (§§ 97, 160a StPO ) geschützt.

 

Das rechtliche Postulat alleine bietet der vertraulichen Kommunikation zwischen Rechtsanwalt (insbesondere Strafverteidiger) und Mandant aber keinen ausreichenden Schutz. Vielmehr ist auch in tatsächlicher Hinsicht ein umsichtiger Umgang mit sensiblen Informationen zu empfehlen. Hochsensible Themen sollten daher stets nur im persönlichen Vier-Augen-Gespräch zwischen Verteidiger und Mandant besprochen werden. Nach wie vor stellt dies den sichersten aller Kommunikationswege dar.

 

Die Kommunikation mittels digitaler Datenübertragung ist indes aus dem heutigen Kanzleialltag nicht wegzudenken und vereinfacht vieles. Insbesondere in Eilfällen und zur Abstimmung weniger sensibler Themen, wie etwa Terminabsprachen, kann sie durchaus auch sinnvoll sein. Digitale Kommunikation sollte dabei jedoch wann immer möglich verschlüsselt erfolgen.

 

Es sei darauf hingewiesen, dass im Bereich des digitalen Informationsaustauschs nie absolute Sicherheit erreicht werden kann, weshalb stets die Alternative des persönlichen Gesprächs ins Auge gefasst werden sollte. Dies gilt, obwohl hier nur Verfahren mit starken – ausschließlich quelloffenen – Verschlüsselungsstandards verwendet werden.

 

 

VERSCHLÜSSELTE E-MAILS

 

GnuPG ist ein freies Kryptographiesystem, dass den OpenPGP-Standard implementiert und eine starke Verschlüsselung von E-Mails ermöglicht. Einen Überblick zur Methode liefert dieses Informationsblatt der FSFE - Free Sofware Foundation Europe: E-Mail-Selbstverteidigung mit GnuPG (externer Link). Details zur Funktionsweise finden sich im Maßnahmenkatalog M 5 Kommunikation des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik: M 5.63 Einsatz von GnuPG oder PGP (externer Link). Eine einfache Anleitung zur Verwendung ist auf der Internetseite der FSF - Free Software Foundation zu finden: EmailSelfDefense.FSF.org (externer Link).

 

Wichtig: Zwar werden bei GnuPG und PGP als sicher erachtete kryptographische Verfahren eingesetzt, doch kann es durch falsche Konfiguration oder Fehlbedienung zu einer Abschwächung des Sicherheitsniveaus kommen.

 

Öffentlicher OpenPGP-Schlüssel von Rechtsanwalt Welf Kienle:

Schlüsselkennung: 73D6CC3E

Fingerprint: 62DB EAE0 6D20 C624 E534 E164 4D87 A3EB 73D6 CC3E

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